Der Juni des Jahres 2025 kündigt sich mit tiefen Regenpfützen und grau verhangenem Himmel an. Und für uns heisst das natürlich: perfektes Wetter, um Tischtennis zu spielen. Am ersten Junimontagabend heisst es beim TTCAA also Doppelclubmeisterschaft. Nachdem in den vergangenen Wochen die besten Spieler nach und nach abgesprungen waren, ist das Teilnehmerfeld mit 24 dieses Mal überschaubar.
Die Auslosung wurde bereits am Abend vorher von Organisationsfamilie Holzinger übernommen, in der Hoffnung, dass tatsächlich alle Angemeldeten auftauchen würden, und versprach bereits spannende Spiele. Die Teilnehmer nehmen die Bitte pünktlich zu kommen ernst, Franz merkt stolz seine fünf Minuten Vor- statt Nachsprung beim Turniertisch an, und auch die Nachzügler kommen trotz Stau am Gubristtunnel pünktlich vor Turnierbeginn 19:00 Uhr in der Halle an. Vielleicht war auch der Reminder, der strategisch 18:45 Uhr statt 19:00 Uhr erwähnt hat, ausschlaggebend für die überraschend vollständige Pünktlichkeit.
Die Versammlung der Jugendlichen im Geräteraum kostet nicht nur das obligatorische Affoltemer Buffet vor, sondern versucht auch, aus den Organisatoren den zugelosten Doppelpartner herauszulocken. Spoiler sind aber wie immer nicht erlaubt und so müssen sich alle bis zur Begrüssung gedulden.

Die Bekanntgabe der Doppelpaarungen löst wie immer gemischte Reaktionen aus. Einige rechnen sich bereits ihre Chancen auf den Sieg aus, andere seufzen innerlich, während wieder andere verwirrt alle Teilnehmer betrachten und dann möglichst diskret die Kollegen um Hilfe bei der Suche nach dem unbekannten Partner fragen. Das Turnier spielt sich auf 6 Tischen ab, jeweils drei für die beiden Sechsergruppen. Die Gruppen finden sich zusammen und die erste Runde startet.
Gruppe A wird angeleitet von Doppel Oli/Roland. Oli, der bestklassierte teilnehmende Spieler in der Halle, hatte sich entschieden seinen eigenen Schläger für die Doppelclubmeisterschaften nicht zu benötigen, und spielt somit das Turnier mit einem Leihschläger von Svenja. Schlüssel zum Sieg oder doch eher Ausrede, wenn es nicht so gut läuft, würde sich im Verlauf des Turniers noch zeigen müssen. Partner Roland nimmt wie immer alles gelassen, das Beste geben zählt, gewinnen oder verlieren nur zweitrangig.
Die Doppelpaarung Thomas F./ Leo sieht sich einer Herausforderung gegenüber. Frick, der sich plötzlich auf der ungewohnten Position, des dritthöchstklassierten Spielers wiederfindet, und Partner Leo müssen sich in der ersten Runde direkt dem kompetitivsten Doppel in der Halle, Adèle/Christoph geschlagen geben, finden aber ihr Spiel in den nächsten Begegnungen, und spielen sich still und heimlich durch das kompetitive Feld, das Ziel trotzdem wie für alle Doppel, die ersten beiden Gruppenplätze für eine Chance auf den Titel. Das solide Doppel Jürgen/Thomas L. dabei sicher auch ein gefährlicher Gegner. Doch aber genauso wichtig der Plausch am Buffet, wenn man gerade Pause vom Spielen hat.
So auch die Paarungen Jonas/Luzia und Eloy/Marlyse, die sich zwar gut verkaufen, die Chance auf den schlussendlichen Sieg aber nicht in Reichweite sehen. Marlyse, die zum ersten Mal an einer Doppelclubmeisterschaft teilnimmt, begnügt sich den erfahrenen Gegnern überraschende Punkte vor der Nase wegzuschnappen, während Eloy versucht, den Ball des Turniers zu spielen, was ihm tatsächlich nicht nur ein- sondern sogar zweimal in Folge gelingt. Mit dem Ziel Rund-ums-Netz-Rutishauser Konkurrenz zu machen, visiert er gegen die über die Seitenlinie servierten Oli-Spezial Aufschläge den around-the-net Topspin an. Und der erste trifft die Rückhandecke des Gegners präzise, zur Überraschung aller Beteiligten. Die Aufmerksamkeit der begrenzten Zuschauer nun geweckt, kommt der zweite Aufschlag, nochmal gleich, Oli fest überzeugt, dass der Wunderball eine einmalige Sache bleiben würde. Aber auch der zweite Topspin umgeht mit wunderschönem Sidespin das Netz und schlägt auf der Rückhandecke ein. Beeindruckter Applaus und eine Siegesrunde von Eloy, während der er allen in Hörweite noch eine mündliche Wiedergabe des Ereignisses gibt. Die Partie geht schlussendlich aber trotzdem an das andere Team und Oli kommentiert amüsiert, dass er gerne zwei Aufschläge so abgibt, wenn er dafür am Ende das Spiel gewinnen kann.
Jonas und Luzia haben beide ihre eigenen Erfolge im Kopf. Jonas freut sich bereits, dass seine Vorhand schon im dritten Spiel der Gruppenphase ohne Zittern funktioniert, während Luzia bei Nachfrage auf die Siegeschancen nur auf den Pokal zeigt und sagt: «Es steht schon Hess drauf, und ich bin auch Hess, also habe ich ja eh schonmal gewonnen.»
Kollateralschäden gibt es auch noch zu vermerken. Eloy der für seine around-the-net Versuche doch recht weit über die Tischecke hinauslaufen muss, steht plötzlich Adèle auf dem Bein, die sich entschieden hat, auch die schwierigsten Bälle in der Rückhand zu umlaufen. Der Tisch wird daraufhin näher zur Wand gerückt mit Kommentar von Adèle, dass man lieber in die Wand laufe als in Eloy. Die zweite Verletzung zieht sich der wohl doch nicht ganz passende Leihschläger bei einem Zusammenstoss von Oli und Roland zu. Der Vorschlag einer Zahlung dessen Krankenhausgebühren bei der ERRA TEAM Klinik wird vehement abgelehnt.
Platz 1 und 2 der Gruppe A werden wirklich erst mit den letzten Spielen klar. Adèle/Christoph sichern sich mit ihrem letzten Sieg den ersten Platz, während drei Paarungen mit jeweils drei Siegen auf ein gutes Satzverhältnis hoffen müssen. Als effizienter Sieger geht hier das Team Jürgen/Thomas L. hervor, die sich somit den Einzug ins Halbfinale verdient haben.
Gruppe B ist eine Ansammlung von interessanten Paarungen. Doppel Daniel/Finnien lamentiert das Fehlen eines Angriffsspielers und schafft es trotz Noppenstörung und Aufschlagsmysterien nicht die gewünschte Leistung am Tisch zu erbringen. Die schlussendliche Taktik von hitzköpfigem Jugendspieler Finnien also: auf alles draufhauen was geht, was zwar tatsächlich funktioniert, leider aber zu spät kommt, um noch den gewünschten Gruppenplatz zu erreichen.
Team Matthias/Bruno fühlt sich anfangs der Aufgabe überhaupt nicht gewachsen, Matthias, der lieber erst mal drei Schritte vom Tisch weg macht, zwingt seinen Partner doch eher in die Rolle eines Angreifers. Bruno füllt diese Rolle an einigen Stellen jedoch ohne Klage und schiesst seinen Gegnern Bälle um die Ohren, die man ihm anfangs nicht zugetraut hätte. Dafür ist er nach gewonnenem Match so erschöpft, dass er sich ausser an den Sieg an sonst nichts mehr erinnern kann. Aber ist ja auch nicht wichtig, Hauptsache gewonnen.
Michael traut wie viele andere auch seinen Augen nicht, als er das Gesicht seines Doppelpartners zum ersten Mal nach zwei Jahren in der Halle auftauchen sieht. Enrico ist nach der langen Spielpause überraschend gut im Spiel, die gute Form jedoch oft nur kurzlebig und gefolgt von mehreren Aufschlagfehlern.
Ein weiterer selten gesehener Gast in der Halle ist Petra, die mit Noppenjugend Gaëtan ein sehr erfolgreiches Doppel bildet, und trotz sehr bescheidener Selbsteinschätzung seiner spielerischen Kapazitäten kann das Team in der Gruppenphase nur einmal knapp bezwungen werden, sich aber trotzdem den ersten Platz sichern.
Die letzten zwei Doppel der Gruppe B sind so gegenteilig wie sie nur sein können. Auf der einen Seite steht Jugenddoppel Lenny/Liam, die sich mit unglaublichem Eifer und Selbstvertrauen ins Turnier stürzen, die ihre Ergebnisse eines zweiten Gruppenplatzes tatsächlich auch widerspiegeln. Auf der anderen Seite hat man das ultimative Erfahrungsdoppel Willi/Franz, die sich anfangs zwinkernd über eine potenzielle Manipulation der Auslosung beschwerten. (Das ist natürlich nicht der Fall, auch wenn die Losfee sich je nach Angebot eventuell als bestechbar einschätzen könnte, Einreichfrist bis zu einer Woche im Voraus, aber psst.) Die beiden gehen das Turnier ganz gelassen an, die Pause am Buffet nach jedem Spiel entscheidender als der Rest.
Mit der Gruppenphase hinter sich geht es an die Snackpause, äh nein natürlich an die Platzierungsspiele. Das Schlusslicht machen Paarungen Jonas/Luzia und Willi/Franz unter sich aus, wobei die Erfahrung die Oberhand behält. Platz 9 schnappt sich ebenfalls das erfahrenere Doppel Matthias/Bruno vor Eloy/Marlyse. Thomas F. und Leo wollen es nach dem Pech im Gruppendreieck doch noch mal wissen und bezwingen Michael und Enrico in einem spannenden Spiel um den siebten Platz. Team Daniel/Finnien holt vor Oli/Roland mit der bewährten Strategie den fünften Platz.
Daneben spielen die Gruppenerst- und -zweitplatzierten Doppel in den Halbfinalen. Adèle und Christoph lassen sich vom jugendlichen Übermut des Doppels Lenny/Liam nicht beeindrucken und ziehen nach einem klaren Sieg ins Finale ein. Die Paarung Petra Gaëtan kommt mit der vorherigen Siegestaktik gegen das Verteidigungsdoppel Jürgen/Thomas L. nicht mehr durch, kann sich nach einem Taktikwechsel zwar nochmals rankämpfen, muss sich schlussendlich aber geschlagen geben.
Die Finalbegegnung findet somit zwischen Team Adèle/Christoph und Jürgen/Thomas L. statt, eine Begegnung, die so bereits in der Gruppenphase stattgefunden hat. Diese gewann das Doppel Adèle/Christoph mit 2:0 und an den Gesichtern der beiden sieht man, dass sie dieses Ergebnis zu wiederholen suchen, auch wenn es diesmal drei gewonnene Sätze sein müssen.
Nach Umbau der Halle in die Finalarena mit nur einem Tisch, während alle, die sich nicht zum Mithelfen befohlen fühlten, noch schnell vom Buffet zu profitieren versuchten, bevor nachher nichts mehr da wäre, und Bereitstellung des Zählgerätmeisters Enrico, füllen sich die Zuschauerränge mit den Teilnehmern und Organisatoren. Team Adèle/Christoph bereitet sich noch ein letztes Mal mental vor. Christoph greift zum Pokal und zeigt auf die Stelle, an der ihre Namen eingraviert werden würden und die Handtücher werden für die taktische Handtuchpause bereit gehängt. Team Jürgen/Thomas L. geht die Sache gelassener an. Die beiden haben bereits gesamthaft sechs Doppelclubmeistertitelhälften, der Druck des Finales macht ihnen nicht mehr zu schaffen.
Der Aufschlag wird ausgelost, Doppel Adèle/Christoph gibt ab und stellt sich nach taktischer Besprechung zur Abnahme bereit. Der erste Satz beginnt ausgeglichen, Punkte gehen hin und her, mal zwei Vorsprung auf der einen Seite, Gleichstand, dann zwei Vorsprung auf der anderen Seite, bis die Zähltafel 9:10 für Team Jürgen/Thomas L. zeigt. Bei der jüngsten Spielerin dieses Finales, die als einzige noch nie ihren Namen in den Doppelclubmeisterarchiven des Vereins hat verewigen können, zeigt sich die Nervosität. Ihr sonst punktgewinnender Topspin wird nicht mit dem Belag, sondern mit der Kante gespielt und segelt über die Köpfe der Gegner hinweg auf den Boden.
Seitenwechsel. Der zweite Satz beginnt ähnlich ausgeglichen, aber die Topspinbilanz der Spinkönigin Adèle, die in vorherigen Spielen noch klar positiv war, neigt sich jetzt gegen 50% und tendiert ins Negative. Trotzdem lässt das Adèle/Christoph Doppel seine Gegner nicht davonziehen und findet andere Wege zu punkten. 8:8. Der Topspin will nicht kommen. 8:10. Adèle umläuft noch einmal, doch auch dieser Topspin, ähnlich wie im ersten Satz, fliegt von der Kante ins Aus.
2:0 Vorsprung für Team Jürgen/Thomas L., das mit seiner soliden Spieltaktik aus Schupfen und Blocken bisher keinen Grund zu einer Taktikänderung sieht. Der dritte Satz beginnt, Adèle und Christoph jetzt unter Druck, liefern zwar einige gute Lösungen aber immer öfter unterliegt Spinkönigin Adèle jetzt dem aggressiven Unterschnitt von Schupfmonarch Jürgen, während Kontermeister Thomas L. Kampfprinz Christoph in Schach hält. 5:5, 8:8, 9:9. Der Punkt zum Satzball geht an Doppel Jürgen/Thomas L., die nun einen Punkt vor dem Sieg stehen. Adèle setzt mit einer letzten Demonstration ihres Willens den Topspin auf den Tisch, der Block dank Spin halbhoch, die Chance für Christoph das Team zum Ausgleich zu schiessen, und die Hoffnung auf den Titel am Leben zu halten. Doch der Schuss schlägt nicht auf dem Tisch, sondern auf dem Boden auf. 11:9. 3:0. Die neuen Doppelclubmeister sind Thomas L., mit nun zwei, und Jürgen, mit nun sechs gewonnenen Doppelclubmeistertiteln, nur noch zwei hinter ultimativem Doppelclubmeister Franz.

Ein Siegerfoto, die Aufräumarbeit zügig, das Buffet noch so gut wie möglich leergegessen. Danke an alle Teilnehmer, die dem Turnier Freude und grossartige Spiele gebracht haben. Gratulation an die Sieger und bis nächstes Jahr!
Rangliste:
- Jürgen / Thomas L
- Adèle / Christoph
- Lenny / Liam
- Petra / Gaëtan
- Daniel / Finnien
- Oli / Roland
- Thomas F / Leo
- Michael / Enrico
- Matthias / Bruno
- Eloy / Marlyse
- Willi / Franz
- Jonas / Luzia