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Adlerauge Adrian mit Clubmeister-Hattrick im Visier

Es ist Freitagabend. Der Regen gönnt uns eine wohlverdiente Pause, auch wenn der durchgehend bewölkte Himmel im Zusammenspiel mit hartnäckigem Wind die gefühlte Temperatur immer noch auf definitiv-nicht-Maiwetter zu senken weiss. Aber wen interessiert schon das Wetter, wir sind ja eh in der Halle. Und die Teilnehmerliste der jährlichen Affoltemer Clubmeisterschaft verspricht heisse Stimmung und Schwitzen im Überfluss. 

24 Teilnehmer hatten den grünen Haken im Xoyondo gesetzt, darunter 10 Nachwuchsspieler, die sich ihren Platz im Turnier eine Woche zuvor hart erkämpfen mussten. Nach und nach trudeln die Herausforderer in die Halle, viele hungrig auf den Sieg, die meisten aber hungrig auf das berühmt berüchtigte Affoltemer Buffet, das im Geräteraum lockt.  

Spielbeginn 18:30 Uhr, 4 Teilnehmer werden noch vermisst. Franz schlendert fünf Minuten später gemütlich in die Halle und kommentiert gelassen, dass man sich diese Zeit im Alter nehmen dürfe. Die übrigen 3 Fehlenden verpassen dieses Jahr das Turnier. Nachwuchsspieler Fabio und Eloy holen zur selben Zeit Gold bei den Schulklassen-Schweizermeisterschaften und präsentieren ihre Medaillen später stolz auf den Zuschauerrängen. Lenny hingegen ist wohl vor lauter Vorfreude auf seinen ersehnten Clubmeistertitel ein wenig zu schnell mit dem Trottinett unterwegs und muss die Veranstaltung verletzungsbedingt ausfallen lassen. Ebenfalls verletzungsbedingt verhindert ist an diesem Abend Tobias, der somit seinen Zöglingen das Feld überlässt. Er zeigt seine Präsenz jedoch reichlich auf der Zuschauerbank mit seinem unverkennbaren Tobias-Klatschen®. 

Die Meisterschaft beginnt. Geplant sind vier Sechsergruppen, drei davon schlussendlich nur noch als Fünfer am Start. Die Auslosung wird vor allem von den ambitionierten Nachwuchsspielern im Detail analysiert, wobei diese mit Schreck feststellen, dass man, um den Titel zu gewinnen, tatsächlich alle bestklassierten Teilnehmer würde besiegen müssen.  

Gruppe A startet die erste Runde ohne Überraschungen. Angeführt wird die Gruppe von letztjährigem Clubmeister Adrian, der sein Können gegen Michael, Jürgen, Gaëtan und Luzia beweisen muss. Man würde der Gruppe gerne den Spitznamen Jungspunde geben, Jürgen lehnt den Titel jedoch dankend ab. Dass er eigentlich genug jugendliche Energie für den Titel hätte, beweist er in einem knappen Spiel gegen den zweitgesetzten der Gruppe, Michael, dem er den Sieg unter der Nase wegschupfen kann. Gegen den späteren Gegner Gaëtan funktioniert dieselbe Taktik jedoch nicht nochmal, die Noppen des Jugendspielers ein Schupfkiller. Dem Spin von Michael halten sie jedoch nicht stand, was doch noch ein bisschen rechnerische Arbeit in den Kampf um Platz 2 der Gruppe bringt, wobei Ehren-Jungspund Jürgen mathematisch den Kürzesten zieht. Adrian zeigt sich souverän, Luzia zeigt sich entspannt, ein wenig verwirrt und vor allem einfach freudig dabei zu sein, und bringt mit ihrem ungezwungenen Spiel zumindest alle ins Schwitzen, auch wenn es nicht für den Satzgewinn reicht. 

Gruppe B, die einzige Sechserergruppe mit Alban, Daniel, Adèle, Thomas L., Franz und Louis, ist geprägt von einem Geschwisterduell zwischen Gruppenführer Alban und Spinkönigin Adèle. Sie will es aber nicht nur gegen ihren Bruder wissen, sondern knüpft sich zuerst Gruppenzweitgesetzten und Präsident Daniel vor, den sie in einem der spannendsten Duelle des Abends bezwingen kann. Gegen Alban wird der zweite Satz zwar knapp, aber auch mit Unterstützung der investierten Zuschauerbank, die sie lautstark anfeuert, reicht es noch nicht, um die Geschwisterfehde zu gewinnen. Trotz zeitlichem Nachteil und einigen neidischen Blicken zu den bereits fertigen Spielern der Fünfergruppen, die sich genüsslich an den Leckereien des Buffets laben, schenken sich die Spieler der Gruppe B nichts. Thomas L. versucht es Adèle gleichzutun und Daniel zu bezwingen, scheitert aber im Entscheidungssatz. Und auch der Kampf um Platz 5 der Gruppe zwischen Franz und Louis geht nicht nur in den Entscheidungssatz, sondern sogar in die Verlängerung, die Franz, trotz verletzungspausenbedingter Formschwankungen für sich entscheiden kann.  

Gruppe C hält die meisten Überraschungen bereit. Während Gruppenführer Robin souverän seinen Platz verteidigt, geht es bei den Plätzen 2-4 um die Wurst, oder um die Waffel, wenn es nach Finnien und Liam ginge. Beide Nachwuchsspieler bezwingen in knappen Spielen Routinier Thomas F., der den Unterschied im Trainingsaufwand zu spüren bekommt. Finnien, gestärkt von drei Waffeln und einer gesunden Portion Selbstbewusstsein, sagt in der Mattenwagenplauderecke seinen Sieg über Kollegen Liam an, und lässt mit einem 2:0 Sieg auf Worte Taten folgen. Roland hat im Gruppenkampf wenig mitzumischen, sieht das Ganze aber nicht zu eng, da er sich bereits vor Beginn des Turniers bei Betrachtung der Teilnehmerliste eine Position als Schlusslicht ausgerechnet hatte. Den Spass am Spielen lässt er sich von dieser Einsicht jedoch nicht nehmen. 

Gruppe D sieht sich als Antithese zu Gruppe Jungspunde minus 1 (Gruppe A), und gibt sich somit inoffiziell den Namen Seniorengruppe minus 1, wobei sich manche dabei ihren Gruppenbuchstaben D poetisch als O vorstellen. Zitterhand Jonas muss sich direkt gegen Noppenlegende und Platziermeister Willi geschlagen geben und zittert sich auch im Spiel um Gruppenplatz 4 gegen Christoph nur knapp zum Sieg. Auch Gruppenvorreiterin Svenja kann ihren Platz, gegen den nach einer punkteteuren Saison in der 3. Liga nun schwächer klassierten Matthias, nicht verteidigen.  

Nach erfolgreich abgeschlossener Gruppenphase und allgemeiner Stärkung aller an der stark abnehmenden Fülle des Buffets geht es in die K.O. Phase. Die Trostrunde der 5. und 6. Plätze der Gruppen hält das härteste Los für Nachwuchsspieler Louis bereit, der sich nach einer knappen Niederlage gegen Christoph auf dem letzten Platz wiederfindet. Sein Gegner kämpft sich schlussendlich nicht nur durch ihn, sondern auch durch Luzia und zuletzt noch Franz, der zuvor Roland bezwungen hat. Nach bestandener Aufgabe kommt er zum Turniertisch und fragt mit einem Augenzwinkern nach seinem Preis. 

Im Haupttableau gibt es bei den Favoriten zunächst keine Überraschungen. Die anderen Spiele sind jedoch hart umkämpft. Willi beweist im Fünfsatz-Kampf gegen Finnien, dass lange Noppen besser als kurze Noppen sind, Thomas L. luchst Matthias einen Satz ab, Michael liefert sich den härtesten Fünfsatzkampf des Turniers gegen Daniel und geht schlussendlich als Sieger aus dem Spiel. Die Viertelfinalspiele sind im Gegensatz dazu fast schon langweilig. 4 mal 3:0, 4 mal Sieg des höher klassierten Spielers.  

Das Halbfinale beginnt auf zwei Tischen, jetzt sogar mit Zählgeräten, um dem Publikum eine bessere Show zu bieten. Das Spiel Adrian gegen Matthias ist zunächst deutlich. Nach 1:0 Führung geht auch der zweite Satz an Adrian, wenn auch ein bisschen knapper als der erste. Im dritten Satz will es Matthias nochmal wissen und hält lange seine Führung. Aber sogar das Timeout, das die Aufholjagd von Adrian stoppen soll, hilft schlussendlich nichts und das Spiel endet 3:0. 

Das Spiel Robin gegen Alban ist umkämpft. Alban hofft in diesem Jahr auf die Chance Mannschaftskollegen den Titel abzuluchsen, während Robin nach Ende der Saison plötzlich seine Form wiedergefunden hat und beweisen will, dass er eigentlich doch 1. Liga Niveau hat, und an guten Tagen sogar Nati C Niveau herzaubern kann. Der erste Satz geht mit 11:8 an Robin, beide Spieler konzentriert in der Satzpause. Der zweite Satz ist ähnlich ausgeglichen wie der erste und geht dieses Mal in die Verlängerung, die Alban für sich entscheidet. Der dritte Satz spiegelt den ersten wider, zwar mit angepassten Taktiken, aber mit dem gleichen Ergebnis, 11:8 für Robin. Alban jetzt im Zugzwang, zwingt Robin noch einmal in die Verlängerung, in der Hoffnung dieses Mal den zweiten Satz nachzuahmen. Doch das gelingt nicht. Robin gewinnt den Satz und damit den Einzug ins Finale. 

Die Stunde der Wahrheit steht an. Der überflüssige Tisch abgebaut, Zähler in Position. Titelverteidiger Adrian gegen Herausforderer Robin. Beide nehmen ihren Platz hinter der Platte ein. Das Spiel ist vom ersten Ballwechsel ab spannend. Punkte gehen hin und her und das erste 11:9 geht an Robin. Satz 2 startet aber auf einer anderen Note. Adrian bringt einen Taktikwechsel aus der Satzpause mit, der ihm einen 7:0 Vorsprung verschafft, Robin fängt sich aber, holt auf, kann den Satz aber trotzdem nicht mehr retten, 11:7 Adrian. Auch Satz 3 sieht anfänglich nicht gut für Robin aus, Adrian führt den Ton an, doch dieses Mal findet Robin schneller wieder ins Spiel und gleicht aus. 4:4, 6:6, 7:7, 9:9. Das Publikum hält den Atem an und ist so begeistert, dass ausser Tobias kaum einer die Geistesgegenwart findet die zwei Spieler für ihren Kampf mit einem Klatschen zu belohnen. 11:9, diesmal für Adrian. Robin gibt noch nicht auf und verschafft sich eine anfängliche 6:2 Führung, die Adrian jedoch direkt wieder ausgleicht, und dann in eine 9:7 Führung ausbaut. Aufgeben gibt es aber noch nicht. 9:8. Adrian nimmt sein Timeout, um den Konzentrationsfluss seines Gegners zu stören. Mit Erfolg. 10:8. Matchball. Die Titelverteidigung ist greifbar. Ein Punkt.  

Und er macht ihn. 3:1 für Adrian, der Titel ist verteidigt, der Hattrick ist das Ziel auf dem Schirm für 2026 und Adlerauge Adrian ist scharf drauf. Jetzt aber erstmal Siegerehrung und Aufräumen und Buffet leer essen und das alles möglichst schnell, denn es ist 22:05 und wir müssen aus der Halle. Wir danken allen, die dabei waren für ihren Einsatz und die tolle Stimmung. Glückwunsch an Adrian zu seinem Clubmeistertitel Nummer 2! 

Rangliste:

1 Adrian
2Robin
3Matthias
3Alban
4Willi
5Adèle
5Michael
5Svenja
9Jonas
9Liam
9Jürgen
9Finnien
9Gaëtan
9Thomas F
9Daniel
9Thomas L
17Christoph
18Franz
19Luzia
20Roland
20Louis